Leben und Sterben in Kingston – Teil 1, oder: Leben in Kingston

Jede Medaille hat zwei Seiten. In keiner Stadt wird das so schnell, so brutal deutlich, wie in Kingston.

Kingston, Jamaika

„Bleib auf jeden Fall heute Abend im Hostel. Es ist schon dunkel, auf der Straße hauen sie dich tot. Wenn nicht für Geld, dann nur zum Spaß. Und wenn du morgen doch rausgehen willst, dann auf keinen Fall alleine“, gab mir mein Taxifahrer gestern Abend noch mit auf den Weg, als er mich vom Flughafen vor meinem Hostel absetzte. Ich verabschiedete mich irritiert lächelnd von ihm, während ich vor dem Eingangstor stehend argwöhnisch die spärlich beleuchtete Straße auf und ab blickte.

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Mit Kultur gegen Unkultur

Kultur als politisches Werkzeug, das ist der Gedanke hinter dem »Büro für Offensivkultur«, einem bundesweiten Netzwerk für Demokratie und Menschlichkeit.

Ein Beispiel: Hätte es das Büro bereits im September 2016 gegeben, als dem Ortsvorsteher des schleswig-holsteinischen Örtchens Oersdorf von rechten Gewalttätern aufgelauert und er von hinten mit einem Knüppel niedergeschlagen wurde, wäre das Netzwerk zum Einsatz gekommen. »Die Situation dort ist immer noch die gleiche, es ist nicht viel passiert, denn der öffentliche Aufschrei nach dem Angriff ist relativ schnell verpufft. Dort wären wir hingekommen, sozusagen als Notfallagentur, um so etwas wie ein kleines Festival auf die Beine zu stellen, damit sich die Menschen vor Ort hätten solidarisieren können«, erklärt der Kieler Musiker Heinz Ratz, der gemeinsam mit dem Liedermacher Konstantin Wecker die Idee für die Initiative hatte. Weiterlesen