Marokko – Letzter Teil, oder: Lang lebe der Müßiggang

Essaouira

Aus einem Tag in Essaouira sind mittlerweile sieben geworden.

Von Tag zu Tag machte ich weitere Abstriche von meiner Reiseplanung.

„Fahre ich halt nicht über die Grenze nach Mauretanien, sondern bleibe in der West-Sahara und schlafe noch eine Nacht hier.“

„Fahre ich halt nicht mehr in die West-Sahara,  sondern nur die Küste runter“

„Scheiß auf die Küste. Mache ich halt noch einen Kurz-Trip in die Umgebung und fahre dann zurück nach Marrakesch“

Und so weiter.

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Marokko Teil 10 – Essaouira, oder: Von Dosenbier, AC/DC und dem Leben allgemein

Essaouira

„Du musst unbedingt nach Essaouira.“

„Ok, warum?“

„Richtig geil da!“

Mehr hatte ich meist nicht aus den Leuten herausbekommen, die mir auf meiner mittlerweile fast vier Wochen andauernden Reise durch Marokko begegnet sind.

Doch die Empfehlungen häuften sich, von Backpackern wie Einheimischen gleichermaßen.

Der Reiseführer hielt sich in diesem Punkt relativ wage. („Nettes, kleines Fischerstädtchen, viele Hippies, leckerer Fisch, blablabla“)

Nun stehe ich also am Busbahnhof von Essaouira in der mittlerweile gewohnten Traube an Menschen, die mich davon überzeugen wollen, dass ihr Hotel das günstigste, schönste, coolste und zentralste und überhaupt ist, als mich jemand auf die Schulter tippt und in breitem amerikanischen Slang fragt, ob ich nicht bei ihm im Hotel übernachten will. Er heiße Dan und sein Hotel sei das günstigste, schönste, coolste und zentralste und überhaupt.

Ich bin so verwirrt, dass ich sofort mit ihm gehe.

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Marokko Teil 9 – Casablanca, oder: Warum Sam es meinetwegen nicht noch mal spielen muss

Casablanca 

„Da bring ich dich nicht hin, da kommst du nicht mehr lebend raus“

Ich habe zwar gehört, dass Casablanca ein härteres Pflaster als der Rest Marokkos sein soll, aber diese Aussage des Taxifahrers überrascht mich nun doch.

„Meinst du das ernst?“, frage ich ihn und er guckt mich mit einem Blick an der sagt: „Ja, das meine ich ernst.“

„Hör zu, es ist mir im Grunde genommen egal, was mit dir passiert. Ich sag‘ nur, wenn ich dich in die Gegend bringe, die du mir gesagt hast, kannst du glücklich sein, wenn du nur dein Geld  verlierst.“

Klingt ziemlich melodramatisch.

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Marokko Teil 8 – Rif-Gebirge oder: Warum ich, wenn alles schief geht, immer noch eine Karriere als Haschischbauer anfangen könnte

Rif-Gebirge

Um mich herum nichts als Felsen und Büsche. Diese Höhe, dieser Druck auf den Ohren. Wie bin ich hier nur gelandet?

Am Tag zuvor

Es ist der dritte Tag in Chefchaouen und das, obwohl ich eigentlich nur einen bleiben wollte. Gemeinsam mit zwei Österreichern, Schorsch und Franz (wie sonst?), mache ich mich auf die Suche nach einem Restaurant, das Bier ausschenkt. Wir finden sogar eins und beschließen, uns aus diesem nie mehr weg zu bewegen. Die beiden erzählen mir, dass sie am nächsten Tag einen Wanderausflug ins Rif-Gebirge unternehmen wollen und fragen, ob ich nicht mit will.

Ich zögere.

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Marokko Teil 7 – Chefchaouen, oder: Warum am Ende immer der Typ mit der Gitarre die Frau abkriegt

Chefchaouen

„Kann ich dir helfen?“

Ich springe in Kampfhaltung. „Nein! Ich will einfach nur gucken!“, sage ich bestimmt  und gucke den Verkäufer in dem kleinen Krimskramsladen misstrauisch an.

„Alles klar. Kein Stress, Mann“, sagt er, grinst mich an und verschwindet im hinteren Teil des Ladens.

Ich bin verwirrt. Seit ich in Marokko bin, habe ich mich eigentlich schon beinahe daran gewöhnt, mich entweder mit einem Roundhouse-Kick aus den Klammergriffen der militanten Verkäufer auf der Straße zu befreien, oder mich direkt tot zu stellen. Nicht so hier.

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Marokko Teil 6 – Fez, oder: Wie man das Sättigungsgefühl gekonnt ignoriert

Fez

Wenn ich dachte, dass Marrakesch die wohl chaotischste Stadt der Welt sei, müsste für Fez ein völlig neuer Superlativ geschaffen werden.

Doch von vorne:

Mein Hotel zu finden war kein Problem, da ich mir, wie immer, gar keins rausgesucht hatte, sondern stattdessen darauf vertraute, dass die Hoteliers mir diesen Job abnehmen.

Und tatsächlich: ich bin gerade dabei, meinen Koffer aus der Abseite des Busses zu pflücken, als ein breit grinsender, nett aussehender Mann auf mich zukommt.

„You want cheap hotel?“

Klar will ich cheap Hotel, woraufhin er mir signalisiert ihm zu folgen.

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