Kein Bock auf Gefühls-Porno, oder: Warum Per Kruse lieber auf der Straße singt als bei Dieter Bohlen

Per Kruse kommt aus Kopenhagen. In Flensburg kennt ihn trotzdem jeder, der schon einmal in den Abendstunden durch die Fußgängerzone geschlendert ist. Und wenn schon nicht persönlich, und vielleicht nicht einmal namentlich, dann zumindest vom Sehen.

Per Kruse ist der, der trotz geschlossener Geschäfte die Innenstadt mit Leben füllt. Der, der poppige Songs weniger poppig und kitschige Song weniger kitschig klingen lässt.

Per Kruse ist der Mann mit der Gitarre, der sich jedes Wochenende vor »Deichmann« die Seele aus dem Leib spielt.

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Neues aus dem Schrebergarten II, oder: The Return of the Kleingärtner

Parzelle Nummer 6 , Schrebergarten-Kolonie 113 des Flensburger Kleingärtnervereins e.V.

Herrlich. Schönster Altweibersommer. Ich sitze mit meinem Vater und meiner Freundin im Kleingarten und versuche die eventuell letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres mit einem leckeren Herbst-Grillen zu zelebrieren.

Unsere Parzelle ist mittlerweile ein kleines, zwar nicht perfektes, aber gemütliches Fleckchen Erde geworden. Kein Verkehr, kein Fernsehen, keine Menschen.

Es hat fast schon etwas Zen-artiges hier gemeinsam zu sitzen, zu essen und Bier zu trinken, unabhängig des Unkrauts, der verwelkten Blumen im überwucherten Beet und der vermeintlichen Altlasten, die noch im Boden schlummern.

„Moin“

Ich zucke zusammen.

Ernst.

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Unterwegs mit Aalkreih, oder: Morslock klingt viel besser als Arschloch

»Moin!«.
»Moin!«, sagen Birger, Cuddel, Schorsch, Marvin und Gerri von der Flensburger Band Aalkreih nacheinander, nicken dem entgegenkommenden Mann kurz zu und schlendern weiter die Hafenpromenade an der Schiffbrücke entlang.
Man kennt sich, Flensburg ist halt doch irgendwie ein Dorf. »Un immer uk fein grööten« singen sie nicht umsonst im Lied »To Huus« von ihrer aktuellen Debüt-Platte »Watt Schasst Mooken«. Aalkreih halten sich dran.

_MG_5169.CR2 08SEP15 Bandportrait Aalkreih Foto: Lars Salomonsen

Fotos: Lars Salomonsen

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Heidenau ist überall

Die Geschehnisse im sächsischen Heidenau werfen einen Schatten auf das Land. Sie zerstören das fragile Bild eines weltoffenen Landes, das sich Deutschland Stück für Stück erarbeitet hat, nachdem es Jahrzehnte mit den Nachwirkungen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft im Dritten Reich zu kämpfen hatte. Von »Dunkeldeutschland« spricht Bundespräsident Gauck. Von Ostdeutschland als Wallfahrtsort für »rechtes Pack«, sprechen andere. Doch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind kein rein ostdeutsches Problem. Heidenau ist überall.

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Neues aus dem Schrebergarten, oder: Wahnsinn zwischen Oettinger und Orchideen.

Kolonie 113, Nummer 6. Das bin ich. Und Sören, Sientje, Cord und Johanna. Zusammen haben wir uns vor einigen Monaten freiwillig dazu entschlossen, ein Stückchen Grünfläche samt Hütte zu mieten und damit unfreiwillig Teil eines suburbanen, gesellschaftlichen Randprodukts zu werden, dass im Allgemeinen als Schrebergartensiedlung oder Kleingartenverein tituliert wird.

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