Wer die Vergangenheit vergisst, ist verurteilt, sie zu wiederholen, oder: Warum niemals wieder weggeschaut werden darf

Auschwitz, Polen, 13. März

„Those who do not remember the past are condemned to repeat it – Wer die Vergangenheit vergisst, ist verurteilt, sie zu wiederholen“
Als ich heute dieses Zitat von George Santayana in einer Baracke im Konzentrationslager Auschwitz las, wurde mir abermals verdeutlicht, wie real, wie akut und wie gefährlich die aktuellen Entwicklungen in Deutschland und Europa wirklich sind. Und nein, das ist nicht weit hergeholt und ja, das kann man vergleichen. Führt man sich vor Augen wie vor 80 Jahren alles begann, ist es, als bekäme man einen Spiegel vor das gehalten, was zurzeit beinahe täglich in Clausnitz, in Heidenau, in Dresden und in hundert anderen Orten passiert.

Wenn Menschen sich zu Tausenden versammeln, um ihrem Hass durch menschenverachtende Parolen Ausdruck zu verleihen, wenn Politiker und andere Wortführer diesen Hass durch von Nazi-Rhetorik durchtränkten Tiraden so weit schüren, dass ihre Anhänger nicht davor zurückschrecken ihre Mitmenschen aufgrund ihrer Herkunft einzuschüchtern, zu erniedrigen, zu verletzten und ihre Wohnungen anzuzünden, dann, genau dann, haben wir eben verdammt noch mal gar nichts aus der Geschichte gelernt.

Die Eingliederung von zwei Millionen Flüchtlingen in unsere Gesellschaft stellt uns vor Aufgaben eines Ausmaßes, dessen Größenordnung wir uns seit dem Ende des zweiten Weltkrieges nicht mehr gegenübersahen. Der Gedanke allerdings, dass diese Aufgaben statt durch Integration und gegenseitige Annäherung, durch Hass und Gewalt gelöst werden könnten, ist schlicht unbegreiflich. Genauso unbegreiflich wie die Ignoranz mit der sich diese „besorgten Bürger“ einbilden, dass die Aufrechterhaltung ihres kleinbürgerlichen Idylls und ihrer geliebten deutschen Leitkultur, und sei es nur die Illusion davon, wichtiger wäre als die Ausübung elementarer, gesellschaftlicher Werte und Grundprinzipien wie Solidarität, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft denen gegenüber, die unter unmenschlichen Bedingungen zu uns gekommen sind, um Schutz vor Krieg, Terror und Gewalt zu suchen.

Dass es soweit kommen konnte, ist nicht die alleinige Schuld der Politik, sondern einem gesamtgesellschaftliches Versagen gleichzusetzen durch jeden, der mit rechtem Gedankengut und rechter Gewalt sympathisiert, sie toleriert oder sie ignoriert.

Niemals wieder darf weggeschaut werden. Niemals wieder darf Hass die Oberhand in der Gesellschaft gewinnen.

Niemals wieder dürfen Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft oder ihrer Hautfarbe in Deutschland, in Europa, in der Welt Angst und Gefahren ausgesetzt werden.

Null Toleranz gegenüber Rassismus. Null Toleranz gegenüber Fremdenfeindlichkeit.

Nein zu Pegida! Nein zur AfD!
Der Ruf der Aale bei Facebook.

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